Archiv der Kategorie 'Terminankündigungen'

AUFRUF: GRUPPE IN WIDERSPRÜCHLICHER GESELLSCHAFT – KEIN APPEASEMENT FÜR ISRAELHASSER.

Für den 24. Mai 2012 rufen wir zu einer Mahnwache auf dem Goetheplatz auf. Die „Marxistische Abendschule“ bewirbt für diesen Tag in Kooperation mit dem Bremer Friedensforum eine Veranstaltung mit Nor­man Paech unter dem Titel „Men­schen­rech­te im Diens­te des Krie­ges“. Untenstehend dokumentieren wir einen Aufruf der im Bündnis organisierten „Gruppe in widersprüchlicher Gesellschaft“:

Kein Appeasement für Israelhasser!

Am 24. Mai 2012 lädt die Marxistische Abendschule (Masch) in Kooperation mit dem Bremer Friedensforum zu einem Vortrag mit dem ehemaligen außenpolitischen Sprecher der Linkspartei und Völkerrechtler Norman Paech zum Thema „Menschenrecht im Dienste des Krieges“ ein.

Nachdem die Masch bereits im April Wolfgang Gehrcke unter dem Titel „Deutsche Außenpolitik im Nahen Osten und Nordafrika“ ein Podium bot, auf dem dieser Israel als „das Kernproblem“ und als Bedrohung für den Iran darstellte (siehe taz: 05.04.2012) und es insgesamt eher um Israel als alleinigen Verantwortlichen für die Konflikte im Nahen Osten ging, steht zu befürchten, dass auch Norman Paech mit der Absicht eingeladen wurde, Israel an den Pranger zu stellen. Als einer jener notorischen Friedensbewegten, die gegen Kriege vor allem dann sind, wenn sie nicht gegen Israel geführt werden, ist Paech ohnehin bekannt. Wie um alle Zweifel daran auszuräumen, weist das Programm der Masch explizit auf seine Beteiligung an der Gaza-Flotille 2010 hin und übernimmt Paechs Urteil, es habe sich bei der Stürmung der Mavi Marmara durch die israelische Marine um einen „Piratenakt“ gehandelt. Weil der Völkerrechtler weiß, dass staatliche Maßnahmen per völkerrechtlicher Definition keine Piraterie darstellen können, spricht er Israel in seinem Urteil bewusst ab, ein souveräner Staat zu sein.
Dieses Urteil wahr werden zu lassen, ist das Ziel der Hamas, mit der Paech paktierte als er an der Gaza-Flotille teilnahm, die vor allem der solidarischen Unterstützung der Hamas galt: Es gehört zu Paechs politischen Programm, mit Faschist_innen und Islamist_innen in einem Boot zu sitzen, solange es nur gegen den jüdischen Staat und dessen Souveränität geht.

Worum es der Masch und Paech geht, wenn sie am 24. Mai zusammenkommen und über das Verhältnis von Menschenrecht und Völkerrecht sinnieren, ist daher mehr als eindeutig: wie das Völkerrecht gebrauchen, um eine Delegitimierung Israels zu rechtfertigen?

Da der Antizionismus weiterhin der Kitt ist, der alte Leninist_innen und Antiimperialist_innen mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft ebenso wie mit Nazis und Jihadist_innen verbindet; da der Hass auf Israel keine Schrulle von Maulheld_innen, sondern antisemitisches Programm ist, fordern wir euch auf, am 24. Mai 2012 um 19.30 Uhr zum Goetheplatz zu kommen, damit diese Veranstaltung nicht unkommentiert bleibt!

Gruppe in widersprüchlicher Gesellschaft (IWG)

MAHNWACHE AM 24. MAI 2012.

Für den 24. Mai 2012 rufen wir zu einer Mahnwache auf dem Goetheplatz auf. Die „Marxistische Abendschule“ bewirbt für diesen Tag in Kooperation mit dem Bremer Friedensforum eine Veranstaltung mit Nor­man Paech unter dem Titel „Men­schen­rech­te im Diens­te des Krie­ges“.

Das Bre­mer Bünd­nis gegen An­ti­se­mi­tis­mus sprach sich bereits mit einem of­fe­nen Brief gegen die Ver­an­stal­tung aus. So­wohl Teile der Ver­an­stal­ter_in­nen als auch der Re­fe­rent sind in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit durch an­ti­se­mi­ti­sche Äus­se­run­gen und Ak­tio­nen in Er­schei­nung ge­tre­ten. Ein Aufruf folgt in Kürze.

Mahnwache: Gegen jeden Antisemitismus! 24. Mai 2012, 19:30 Uhr, Goetheplatz.

OFFENER BRIEF AN DIE VILLA ICHON.

Mit einem offenen Brief protestieren Gruppen des ‚Bremer Bündnis gegen Antisemitismus‘ gegen eine für Ende März geplante Veranstaltung der „marxistischen Abendschule“ mit Norman Paech. Der Brief wurde an Verantwortliche, Medien und diverse Organisationen gesendet. Weitere Ankündigungen folgen in Kürze.

Liebe Ver­ant­wort­li­che der Villa Ichon,

für den 24. Mai 2012 be­wirbt die Mar­xis­ti­sche Abend­schu­le in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Bre­mer Frie­dens­fo­rum eine Ver­an­stal­tung mit Nor­man Paech unter dem Titel „Men­schen­rech­te im Diens­te des Krie­ges“.

Als Bre­mer Bünd­nis gegen An­ti­se­mi­tis­mus spre­chen wir uns mit die­sem of­fe­nen Brief gegen die Ver­an­stal­tung aus. So­wohl Ver­an­stal­ter_in­nen als auch Re­fe­rent sind in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit durch an­ti­se­mi­ti­sche Äus­se­run­gen und Ak­tio­nen in Er­schei­nung ge­tre­ten.

Die letz­te Ver­an­stal­tung unter Mit­wir­kung des Frie­dens­fo­rums, „So­li­da­ri­tät mit Pa­läs­ti­na“ be­gann mit dem Auf­ruf, Is­ra­el ab­zu­schaf­fen und en­de­te mit Be­schimp­fun­gen einer jü­di­schen Be­su­che­rin, die auf den an­ti­se­mi­ti­schen An­klang eines Is­ra­el-​Boy­kotts hin­wies.1

Die Nah­ost-​Grup­pe des Bre­mer Frie­dens­fo­rums pro­pa­giert immer wie­der An­ti­zio­nis­mus. Dabei kom­men an­ti­is­rae­li­sche Boy­kott­ak­tio­nen2 und De­mons­tra­tio­nen3 mit teils fa­schis­ti­schen An­ti­se­mit_in­nen vom Ka­li­ber der Grau­en Wölfe zu­stan­de. Das Bre­mer Frie­dens­fo­rum scheint nicht in der Lage, ihre Po­li­tik von An­ti­se­mi­tis­mus ab­zu­gren­zen. Das ist Grund genug für uns, diese Grup­pe öf­fent­lich zu kri­ti­sie­ren.
Im An­kün­di­gungs­text der MASch-​Abend­ver­an­stal­tung wird au­ßer­dem ver­wie­sen auf die Teil­nah­me Nor­man Pa­echs an der Ga­za-​Flo­til­le 2010 und seine Er­fah­rungs­be­rich­te. Seine Ur­tei­le über den Nah­ost­kon­flikt stel­len eine ein­sei­ti­ge Par­tei­nah­me für die an­ti­is­rae­li­schen Kräf­te in der Re­gi­on dar – un­ab­hän­gig von ihrer, teil­wei­se ex­pli­zit rechts­ra­di­ka­len und an­ti­se­mi­ti­schen Pro­gram­ma­tik. Is­ra­el und seine Ver­bün­de­ten wer­den als die ein­zi­gen Ver­ur­sa­cher des Kon­flikts ver­ur­teilt.

Weil sie mi­li­tä­risch un­ter­le­gen sind, seien die Fein­de Is­raels ir­gend­wie die Guten. Aber auch schwa­che Sou­ve­rä­ne sind meist stark genug ihre „ei­ge­ne“ Be­völ­ke­rung ge­wal­tig zu drang­sa­lie­ren. Aus­ser­dem muss be­merkt wer­den, dass Is­ra­el sich seit der Grün­dung gegen seine Ab­schaf­fung wehrt. An­ti­se­mi­ti­sche Ver­nich­tungs­dro­hun­gen von Kriegs­geg­nern und Ver­hand­lungs­part­nern sind keine Sel­ten­heit4.
Wir be­fürch­ten, dass diese Ver­an­stal­tung dar­auf hin­aus­läuft, sich hem­mungs­los über die ver­meint­li­chen Ver­bre­chen Is­raels und der USA zu em­pö­ren, indem ein ehe­ma­li­ger Pro­fes­sor für Völ­ker­recht und Un­ter­stüt­zer von Free Gaza den Ton an­gibt. Dass sich dabei lin­ker An­ti­se­mi­tis­mus Bahn bricht, soll­te nicht ver­wun­dern und wird von uns nicht ak­zep­tiert.

Eine Ab­sa­ge der Ver­an­stal­tung wäre die lo­gi­sche Kon­se­quenz. Wir for­dern eine Ver­an­stal­tung, bei der linke Kri­tik am Völ­ker­recht und am An­ti­se­mi­tis­mus ver­nehm­bar ist.
Wir kri­ti­sie­ren au­ßer­dem die un­kri­ti­sche Hal­tung ge­gen­über den Dik­ta­tu­ren in Sy­ri­en und dem Iran. Die Linke muss sich nicht mit Staa­ten so­li­da­ri­sie­ren, nur weil sie vom Wes­ten be­droht wer­den.
Wir wol­len kei­nen Krieg, wir wol­len auch keine Staa­ten, Gren­zen und Völ­ker, die diese Krie­ge über­haupt erst er­mög­li­chen. Das Völ­ker­recht ge­hört kri­ti­siert, An­ti­se­mi­tis­mus auch in der Lin­ken be­kämpft.
Soll­te un­se­re For­de­rung igno­riert wer­den, or­ga­ni­sie­ren wir par­al­lel dazu Kund­ge­bun­gen, um auf die Po­si­tio­nen Dr. Pa­echs und des Bre­mer Frie­dens­fo­rums hin­zu­wei­sen.

Ge­zeich­net,

Bre­mer Bünd­nis gegen An­ti­se­mi­tis­mus

www.​buendnis-​bre­men.​tk

  1. http://​meimhoff.​wordpress.​com/​2012/​04/​20/​antisemitismus-aus-erster-hand/​ [zurück]
  2. http://​www.​taz.​de/!​70456/​ [zurück]
  3. http://re­fle­xi­on-​blog.​com/?​p=702 [zurück]
  4. Siehe dazu http://jun­ge-​lin­ke.​org/​alle-wollen-frieden-und-darum-gibt-es-krieg [zurück]

VERANSTALTUNGEN IM MÄRZ UND APRIL.

Von März bis April veranstaltet die Gruppe „ASSOCIAZIONE DELLE TALPE“ diverse „Intro“-Veranstaltungen:

Das sind einführende Veranstaltungen, welche keine Vorkenntnisse voraussetzen. Gewünscht ist eine respektvolle und offene Diskussionskultur, bei der sich niemand für Fragen zu genieren braucht oder sich wegen detaillierter Expert_innendebatten langweilen muss. Mit den Einführungen möchten wir zu Diskussionen über Geschichte, Theorie und Praxis der radikalen Linken anregen. Dabei geht es uns um die gemeinsame Aneignung und Weiterentwicklung kritischen Wissens. Denn die Waffen der Kritik gilt es für künftige Auseinandersetzungen scharf zu halten …

Eine Auflistung der Termine findet ihr hier.

VERANSTALTUNG AM FREITAG.

Am Freitag – 10.02.2012 – wird die Veranstaltung „‚KEIN BLUT FÜR UNOBTAINIUM‘: REAKTIONÄRE IDEOLOGIEN IN ‚AVATAR – AUFBRUCH NACH PANDORA‘“ im Infoladen Bremen stattfinden. Weitere Informationen findet ihr hier.